Ich werde niemals so gut sein wie die Anderen!

 

Herzlichen Glückwunsch. Damit hast Du Dir bereits alle Chancen genommen, überhaupt einen Versuch gestartet zu haben.  Du hast Dir quasi den perfekten Stein gelegt um wirklich davon überzeugt zu sein, dass das halt nur die Anderen schaffen können.

Gut sein. Was bedeutet das eigentlich heute? Und wann ist man eigentlich da — bei den Guten? Was misst denn den Erfolg? Geht es darum, wie oft Du gebucht wirst im Jahr? Geht es um Like-Zahlen auf Deiner Fanpage? Oder geht es um Beliebtheit?

Also ich weiss nicht. Ich hab da so meine ganz eigene Theorie. Wobei es irgendwie eigentlich auch gar keine Theorie ist.

In der letzten Zeit höre ich immer öfter, dass man ja gut ist, wenn man so viele Likes auf seiner Fanpage hat. Auch das sehe ich irgendwie ganz anders. Da gab es schon so viele Seiten, die unendlich viele Likes hatten, und leider gefiel es mir persönlich jetzt irgendwie nicht. Sicher gefällt es Anderen. Und so schließt sich doch immer wieder der Kreis — der Kreis von Geschmacksache, Empfindung, Meinung. So vieles spielt hier zusammen.

Als ich angefangen habe nebenberuflich zu fotografieren, habe ich mir überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, wo ich da mal hinkomme. Mir war immer sehr wichtig, dass das, was ich tue, mir Spaß macht. Die Vorstellung darüber, irgendwann einmal zu fotografieren, um meinen Lebensunterhalt damit bestreiten zu MÜSSEN — das war irgendwie immer Horror für mich. Weil ich immer Angst hatte, dass es dann keinen Spaß mehr machen könnte.

Ich habe in der ersten Zeit viel kostenlos gemacht. Und auch noch heute mache ich freie Projekte, wenn ich Zeit und vor Allem Lust dazu habe. Ihr kennt das sicher, wenn man aufwacht und eine total tolle Idee im Kopf hat. Ich bin sehr ungeduldig, und möchte das dann am Liebsten SOFORTumsetzen. So oft ich das auch verfluche, umso mehr liebe ich es, in vielen Momenten ungeduldig zu sein. Denn wer immer etwas umsetzen möchte, der macht es. Und ich sehe mich eindeutig als “Macher”. Habe ich eine Idee, setze ich alles daran, dass mein kreativer Fluss nicht gestört, sondern schnellstmöglich umgesetzt wird.

Wer auf der faulen Haut liegt, sollte sich nicht wundern, mit nichts nichts zu erreichen. Denn von Nichts kommt Nichts 

Ich setze mir Ziele. Ich möchte immer weiter lernen. Niemals könnte ich Dir genau erklären, wie sich das mit der Belichtung verhält. Technik ist in allen Variationen des Lebens ein Fremdwort für mich. Und nein, ich muss mich damit nicht auseinandersetzen. Irgendwie hab ich damals wie eine Irre alles fotografiert. dadurch habe ich gelernt. Technik? Wozu muss ich die Technik verstehen, wenn ich durch die Handhabung bereits gecheckt habe, was ich machen muss, um ein geiles Bild zu bekommen?

Alles, was mir damals vor der Linse war, habe ich fotografiert. Anfangen von Babys, Schwangerschaftsbäuchen — über Paare, Landschaften und Architektur. Das war der Grundstein für das, was ich heute tue. Denn dadurch habe ich erst einmal gemerkt, was mir Spaß macht, was mir liegt. Wahrscheinlich würde ich immer noch rumdümpeln und nicht wissen, auf was ich mich spezialisieren möchte.

Muss man sich denn spezialisieren? Ich bin schon der Meinung, dass das für einen selbst und für den Kunden wichtig ist. Jemand, der behauptet, er kann alles, wäre für mich nicht souverän. Man kann eigentlich nie alles gleich gut können. Das müsste wirklich ein Multitalent sein. Soviel Zeit hätte ich auch gar nicht. Mir alles anzueignen, um alles zu können. Und das möchte ich für mich auch gar nicht. Mit Herz und Seele habe ich mich durch dieses “Massen-fotografieren” ganz bewusst dazu entschieden, mich wirklich auf etwas ganz bestimmtes zu spezialisieren. Und in diesen Bereichen vertiefe ich stetig mein Wissen.

Workshops sind bei mir immer ein Jahresziel. Wenn das Budget reicht, mache ich so viele Workshops, wie ich nur kann. Man kann nie alles wissen. Auch wenn sich manch ein Mentor schon gefragt hat, was ich da auf seinem Workshop überhaupt will. Ja, was will ich da? Wissen vertiefen. Kontakte knüpfen. Stillstand ist Dein sicherer Tod.

Netzwerkaufbau. Ein Thema, was heute sehr sehr wichtig geworden ist. Kooperationen mit Menschen, die genau das Gleiche wollen wie Du. Die mit der gleichen Leidenschaft das leben, was DU liebst. Man sollte niemals mit sich hadern und darüber nachdenken, nicht gut genug zu sein, um jetzt mit anderen Dienstleistern ein freies Projekt auf die Beine zu stellen. Gut sind nicht immer nur die Anderen. Gut bist DU genauso.

Warum denkst Du, dass Du nicht gut genug bist? Durch eine Einstellung, die nur Du für Dich bewertest, bremst Du Dich absolut aus. Da geht’s für Dich ja schon gar nicht weiter. Klar bist Du gut. Und wenn Du denkst, Du bist es nicht.… wer sagt das denn, dass Du nicht gut genug bist?

Ich werde öfters mal gefragt, aus was mein Portfolio besteht. Warum soll ich da nicht ehrlich sagen, dass es auch Bilder aus freien Projekten sind? Das liegt erstens daran, dass viele Kunden gar nicht möchten, dass ich sie poste. Gerade bei Familien mit Kindern ist es schwierig und natürlich auch absolut verständlich, dass dies nichts im Internet zu suchen hat. Freie Projekte sind daher für mich unumgänglich. Und ich mache davon so viele ich nur möchte. Hier bestimme ich die Location, die Tageszeit, das Outfit. Und ich habe auch gar kein Problem damit, ein Paar 3 Mal vor meine Kamera zu holen. Viele Menschen inspirieren mich. Und ich möchte diese Inspiration einfach nicht stoppen müssen.

Morgen soll gutes Wetter werden? Dann macht einen Aufruf und schnapp Dir doch einfach ein Pärchen, das Lust auf Bilder hat. Du bist happy, das Pärchen ist happy. Da spricht überhaupt nichts dagegen. Und schon hast Du ein neues Titelbild für Deine Fanpage. Du bist fleissig. Das sehen auch Andere.

Was ist eigentlich der Erfolg? Worin er genau besteht, kann nur jeder für sich selbst herausfinden. Für mich sind es nicht die vielen Buchungen. Je mehr Hochzeiten, desto erfolgreicher? Für mich nicht. Für mich bedeutet Erfolg stets das Streben nach Glück. Freie Zeit zu haben, ist für mich ein genauso wichtiger Baustein in meinem Leben, wie an einem Samstag zu arbeiten. Wenn man sich mit 50 Hochzeiten im Jahr glücklich fühlt, so ist das Jedem selbst überlassen. Ich möchte stets Zeit für mein eigenes Leben haben, für freie Projekte, die mich glücklich machen und jedes Mal ermutigen, weiterzumachen und wieder etwas Anderes aus einer anderen Idee wachsen zu lassen.

Ein  wichtiger Punkt seid IHR! Ich habe so oft Bilder aus freien Projekten auf Facebook gezeigt, die verdammt viele Likes bekommen haben. Für das Shooting habe ich kein Geld bekommen. Es hat einfach nur Freude gemacht. Und es sind einfach nur tolle, liebevolle Bilder entstanden. Und dann gibt es die Menschen, die sich öffentlich unter den Fotos bedanken für die Inspiration, die sie durch mein Bild erhalten haben. Ohne diese Menschen, EUCH, kann man nicht erfolgreich sein. So viel Herz und Leidenschaft, was ich in der letzten Zeiten von verschiedensten Menschen erfahren durfte, macht unheimlich dankbar.

Was ist nun also Erfolg für DICH? Geh in Dich. Was könntest Du tun, um gut zu sein? Vielleicht bist Du es schon und weisst es noch gar nicht?

Plane freie Projekte. Netzwerke! Trau Dich immer, andere Dienstleister und Kontakte der Branche anzuschreiben und startet etwas zusammen. Bleib nie stehen. Fotografiere, was das Zeug hält — und fühl Dich sicher in dem, was Du tust! Was mir persönlich wichtig ist: Sei Dir selbst treu. Und verstell Dich nicht für Andere. Weil andere meinen, Du müsstest das so und so tun, weil DAS SOjetzt richtig ist.

Erfolg ist immer dann Erfolg, wenn Dein Kunde dankbar ist für die Erinnerungen, die DU für ihn festgehalten hast. Erfolg bedeutet Glück.

Hier gibt es kein richtig und kein falsch. Niemals. Du bist Du. Sei es  Was Dich ausmacht ist Dein Schlüssel. Du bist authentisch, wenn Du einfach DU bist. Sicher gibt es Neider und böse Zungen. Die hast Du immer. Das gehört halt auch dazu. Ich denke, man sollte einfach das tun, wonach einem ist und was einem Spaß macht. Das spiegelt sich doch auch in Deinen Bildern wieder. Niemand ist kopierbar. Denn jeder ist ein Individuum. Also — einfach mal raus in die Welt, fotografieren.….. lernen.… weitermachen — und vor Allem: SEI GLÜCKLICH DABEI! Aber stehe niemals still.