Mein Leben in Tattoos.

 

 

Wenn Tattoos Dir im Leben eine Hilfe sind.….

… dann erübrigt sich einfach auch die Frage aller : ” Mel, das geht doch nie wieder weg! Hast Du denn gar keine Angst davor?” Manche Menschen begegnen mir mit tiefstem Entsetzen und Unverständnis. Liegt es jetzt an der Intoleranz der Menschen, die keines haben? Oder was ist es, dass sie sich immer wieder Sorgen um mich und meine Tattoos machen?

Ich würde sagen, ich bin ein Mensch, der mittlerweile weiss, was er tut. Deswegen habe ich auch mit 18 kein Tattoo gemacht und bin einem Arschgeweih gerade noch so entkommen 

Als ich 30 wurde, habe ich mich in Einstellungen gefestigt. Im Glücklichsein versucht. Mich mit Selbstreflexion beschäftigt und stetig an meiner Person gearbeitet. Ich habe viele viele Fehler gemacht. Und hatte schon Zeiten hinter mir, wo ich echt Scheisse gefressen habe (sorry für den Ausdruck — aber es trifft es an der Stelle). So viele Dinge sind passiert, die mich geprägt und leider nicht glücklich gemacht haben. Dann muss man halt versuchen, sich wieder dorthin zu bewegen, dass das Leben wieder toll wird. Und sich Glück in Dir selbst breit machen kann.

Ja, und dann kamen meine Tattoos.

Damit hab ich im August 2014 angefangen. Innerhalb von 2 Jahren habe ich mich mehr oder weniger “zugepflastert”.

Meine Tattoos habe ich so gewollt. Genau SO, wie sie sind. Sie erzählen Geschichten, über mich, über meine Einstellung, über mein Leben. Es gab Abschnitte in meinem Leben, in denen ich mich immer mal wieder für ein neues Tattoo entschieden habe.

So begann ich 2014 mit diesem hier:

 Musik als Kraft- und Seelenheiler - also rauf auf die Haut!

Musik als Kraft- und Seelenheiler - also rauf auf die Haut!

In der Zeit, in der ich mit meinen Mädels und der Band auf der Bühne stand, hat mir die Musik die meiste Kraft gegeben um einige schlechte Zeiten in meinem Leben zu “überstehen”. Damals trennte sich mein Freund kurz vor einem Auftritt von mir. Das Licht ging an, wir marschierten auf die Bühne — und es war wie ein Schalter, den ich umlegte — fühlte mich frei und unbesorgt. Obwohl ich vorher noch viel geweint hatte. Die Musik gab mir immer die Möglichkeit, alles zu vergessen. Und so kam dieses Tattoo zustande, das mir sagte: “Es ist alles okay!” Die Stelle habe ich mir bewusst ausgesucht, denn ich wollte damals nicht, dass man es sieht. Wenn schon ein Tattoo, dann so, dass man es verdecken kann. Erst einmal 

Im März 2015 kam dieses dazu:

 "L" für Luke oder für "Leben", "Life"

"L" für Luke oder für "Leben", "Life"

Gerade auch keine so richtig einfache Zeit in meinem Leben. Also tattoowierte ich mir eine Feder für die “Leichtigkeit” im Leben. Das geschwungene “L” am Ende der Feder steht für meinen Sohn “Luke”, der mir das Leben immer wieder aus seiner Sicht erklärt und man dadurch oft schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommt. Ja, jetzt hatte ich das erste sichtbare Tattoo. Dann kann man ja auch weitermachen 

September 2015:

 Lena Deinen Fokus auf die wichtigen Dinge im Leben!

Lena Deinen Fokus auf die wichtigen Dinge im Leben!

Focus. Wieder eine Trennung von einem Mann.

Die Meisten ziehen mich aber damit auf. “Ach, du fährst einen Ford Focus?” Nein, fahre ich nicht. Ich fahre seit Jahren einen Ford Ka. Aber danke, sehr lustig! Als leidenschaftliche Fotografin versteht sich von selbst, was es damit auf sich hat. Den Blick auf das Wesentliche zu lenken, wenn man wieder einmal irgendwo übertrieben oder sich reingesteigert hat.…. sich über Dinge aufgeregt, die sinnfrei sind.…Hey! Besinn Dich doch einfach mal wieder auf das Wesentliche. Auf das, was Dich wirklich glücklich macht!

Dezember 2015.….. erweiterte ich das allererste Tattoo. Das zeig ich aber nicht — Privatsphäre, verstehste  Ein großer Traumfänger ziert jetzt meine komplette rechte Seite bis zur Hüfte runter. Traumfänger? Oh man Mel, Du musst bescheuert sein — wenn Du mal ne Oma bist, hast Du da einen Traumfänger auf Deinem Körper! Mit PINKEN BLUMEN! Ja, allerdings. Und das ist das einzige Tattoo, das ich in Farbe habe. Traumfänger? Weil ich drauf steh! Traumfänger hängen in meiner Wohnung überall. Ich bin ein BOHO- und FEDER-FAN! Ausserdem bin ich der Meinung, dass man Träume tatsächlich fangen muss, um zu wissen, was man im Leben noch so alles verwirklichen will. Ohne Träume gibt es keine Ziele.

Januar 2016… meine Indianerin.

 Pocahontas-Feeling auf meiner Haut :)

Pocahontas-Feeling auf meiner Haut :)

Ich bin selbst eine kleine Pocahontas. Ich liebe Indianer. Würde ich es mir aussuchen können, würde ich im Zelt in einem Indianerstamm leben. Meine Indianerin war ein Spontan-Projekt. 1 Stunde vor dem Tattoo-Termin habe ich sie mir ausgesucht. Und sie ist heute mein Schönstes. Sie steht für mich für Stärke und Urvertrauen. Es kamen noch ein paar Mandalas dazu. Aber nur, um dem Stil treu zu bleiben und den Arm zu verbinden. JA — ich wollte jetzt den ganzen Arm voll haben. Und zwar komplett.

ab Februar 2016.….. bis Ende 2016:

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Der Arm wurde eigentlich ziemlich schnell voll. Wenn man so ein Projekt angefangen hat, dann möchte man es schnell zu Ende bringen  Man sieht es ja jetzt eh — verstecken is da nicht mehr. 

So kamen Schriftzüge hinzu wie “CREATE” und “INSPIRE” und “WASN’T EXPECTING THAT” (jeder kennt sicher das Lied, das täglich rauf und runter gespielt wurde im Radio). Wörter, die für mich sehr prägnant sind und mir viel bedeuten. Als Kreativmensch lässt man sich eben ständig inspirieren — und das Lied hat meine Einstellung zum Leben untermauert — also musste es auch auf den Arm  “Ich habe das nicht erwartet” — richtig.…. denn nichts im Leben ist vorhersehbar und richtig planbar. Lass Dich überraschen! Und deswegen ist das Leben so wunderbar und wunderschön.
Kompass: für meinen inneren Weg. Stets danach zu streben, auf den richtigen Weg zukommen und sich zu besinnen, wenn man einmal abgekommen ist.

Flügel: für die Menschen & auch Tiere, die mich verlassen haben, die ich geliebt habe und jetzt von oben auf mich herabschauen. Niemanden von ihnen habe und werde ich je vergessen.

der kleine Hirsch mit dem Geweih: ein spontan Tattoo mit Bedeutung. Er steht für die Verbindung zwischen Kind und dem Erwachsensein. Im Inneren bin ich jemand, der auch schonmal unvernünftig durchs Leben geht. Weil ich Momente im Heute lebe, die mit ein bisschen mehr Bedacht vielleicht nicht so gelebt hätten werden dürfen. Manchmal denke ich nicht an das Morgen — obwohl das wahrscheinlich erwachsener wäre :).

 

Januar 2017:

Jetzt ist ja eh irgendwie eh egal, wo ich was stechen lasse. Sehen kann man fast alles.

Jetzt — ein Tattoo auf dem Oberschenkel. Zugegeben, der Schädel mit dem Geweih und den Blumen hat keine wirkliche Bedeutung. Und ist somit auch das einzige Tattoo zusammen mit den Mandalas, das keine wirkliche Bedeutung hat. Der Schriftzug unter dem Schädel ist jedoch schon seit längerer Zeit ein kleines Lebensmotto für mich geworden: ” Life is about moments. Don’t wait for them. Create them!”Was beschreibt, dass das Leben auch wirklich kurz sein kann. Und hey — wenn ich mir vorstelle, ich würde tot umfallen und hätte mir keine Tattoos gemacht — ich würde mich im Sarg noch schwarz ärgern. Ich mache, was mir JETZT gefällt. Unvernünftig? Naja, dafür habe ich ja meinen kleinen Hirsch mit dem Geweih  Den Tag im Hier und Heute genießen und sinnvoll machen. Denn auf den richtigen Moment zu warten, kann manchmal einfach die falsche Entscheidung sein — wenn es dann zu spät ist.

 

Alte Haut sieht auch scheisse aus, wenn kein Tattoo da ist. Von daher.….. wenn Tattoos Dir im Leben eine Hilfe sind.…..dann gehören sie einfach auch für immer zu Dir und Du wirst Dich auf ewig damit identifizieren können. Dass das nicht mehr “abgeht”, ist klar, denn es gibt ja auch keinen Radiergummi für die vergangenen Fehler, die Du in der Vergangenheit in Deinem Leben begangen hast.……!